Basiswissen

14.10.2007

Warum schliessen wir uns zu Gruppen zusammen?

Die Evolution gibt uns auf, unseren eigenen Genen die besten Chancen zu geben. Das führt zunächst dazu, dass der Mensch, ob wir das wahrhaben wollen oder nicht, im Prinzip ein purer Egoist ist. Allerdings ist Egoismus mit scheinbar altruistischem Sozialverhalten durchaus vereinbar.
Für die eigenen Gene ist es nämlich von Vorteil, sich einer Gruppe anzuschließen, weil das Leben in der Gruppe in erster Linie die Sicherheit des Individuums erhöht. Dieses nutzenorientierte Kooperationsverhalten lässt sich sogar bei unseren Lebensgründern, den Bakterien nachweisen. Solange das Umfeld genügend Ressourcen zur Verfügung stellt, pflegen die Bakterien, genauso wie wir, einen ausgeprägten Individualismus. In dem Moment, wo z. B. Wasser und Energie knapp werden, schließen sich die Einzeller zu kleinen Gruppen zusammen . Diese Kooperation bleibt genau so lange bestehen, bis wieder genügend Ressourcen vorhanden sind, und löst sich dann wieder. Daraus folgt: Wir schließen uns nur dann Gruppen an, wenn unser Nutzen, den wir mit der Gruppe erreichen können, größer ist als der, wenn wir Einzelgänger bleiben. Der größte Nutzen, den eine Gruppe bieten kann: Die zeitgleiche Erfüllung der Haupttriebe (Balance, Dominanz, Stimulanz). Das erfordert die Aufstellung von Regeln und damit die Präsenz derjenigen, die gestalten und mitgestalten wollen.

Dr.H.G.Häusel