Demokratiekultur

05.12.2005

Die Diktatur des Akademikerproletariats

Unsere oberschlauen, doktorierten Sozialkundler und Politologen - Leitfiguren und Meinungsmacher in Politik und Wirtschaft, Medien und Gewerkschaften, Bürokratien und Behörden - zeigen mit ihrem sauberen Zeigefinger auf die "Unterschichtler". Auch ein neues, schlau klingendes, Wort wurde dafür erfunden: Prekariat (Proletariat in einer prekären Lage)

Wohin zeigen aber die verbliebenen Finger unserer Schlaumeier? Die Proleten im alten Rom waren Leute, die nur eines taten: Sie produzierten Kinder. Ansonsten waren sie zu nichts nütze und mußten vom Staat gefüttert werden. Schändlicherweise und irreführend haben Vertreter der sozialistischen Bewegung im 19.Jhd. diesen Begriff generalisierend auf die gesamte Arbeiterschaft gestülpt.
Der Arbeiter ist von einem Herrn abhängig, der ihn bezahlt und ihm sagt, was er zu tun hat. Leute, die eine akademische Ausbildung haben, ansonsten aber wie die damaligen Arbeiter einen Herrn haben, der sie bezahlt und ihnen sagt, was sie tun und lassen müssen, sind das moderne Akademikerproletariat!

Dieses Proletariat ist durch große Unfruchtbarkeit gekennzeichnet. Es hat keine eigenen Ideen, keine eigene Verantwortung, keine Lebensrisiken und -chancen. Dafür hat es Herren, die es füttern, ihm die Sprache und eine stets devote Haltung einüben - z.B. political correctness - und sie ansonsten auf die zugewiesenen Aufgaben konditionieren. Das Akademikerproletariat besteht aus Zombies, die zwar wie lebendige Menschen aussehen, aber keine sind. Selbst die biologische Funktion des römischen Lumpenproletariers ist zugunsten eines wachsenden Kontostandes und öder Konsumtion abgestorben. Akademikerproletariat ist gewöhnlich kinderlos.

Akademikerproletariat bescheinigt sich über vergebene Titel gegenseitig Weisheit, übt sich - in Furcht vor den Zahlherren - in braver Selbstzensur, botmäßiger Wahrnehmungsselektion und geistiger Prostitution.

Akademikerproletariat ist als willkommenes Stimmvieh in den Parlamenten vertreten, lebt gern in Behörden, ohne je zu remonstrieren, kuschelt in Konzernführungsetagen, hurt geistig in den Medien und Bildungsstätten und verbreitet seinen Lebensinhalt: Unfruchtbarkeit Es kennt keinen Existenzverlust, verfügt ob seiner enormen Anpassungsfähigkeit dafür aber über gute bis beste Beziehungen. Sein Prinzip ist: Hochkommen und Obenbleiben um jeden Preis! So schwimmt es wie Dreck auf der Spülwoge, die nach einem Gewitter durch das vormals trockene Bachbett zieht. Selbst in Fluß und Strom, ja selbst im Meer sind die treibenden Schlieren zu erkennen.

Akademiker haben natürlich viele Pflichten, weil die Natur ihnen Hirn gab. Sie sollen leisten, wozu andere intellektuell nicht in der Lage sind. Es sind hehre Pflichten. Sie sollen beständig nach Wahrheit suchen - natürlich nur im Sinne des sie nährenden Systems. Sie sollen Probleme erkennen, bevor sie gefährlich werden - für die Herren ihrer geistig-emotionalen Prostitution. Sie sollen Lösungen schaffen, bevor sie nötig sind - präventiv zum Schutz des Systems, dem sie dienen. Sie sollen das Gemeinwesen in Ordnung und Disziplin halten - immer den Systemerhalt vor Augen. Sie sollen das Volk bilden und trainieren, damit es gut, klug und tüchtig sei - und gar nicht auf den Gedanken kommt, selbständig nach Alternativen zu schielen. Sie sollen in eine Zukunft führen - die vor allem anderen sichert, was nicht verändert/reformiert werden darf.

Deshalb werden Führungsaufgaben der Staatsverwaltung, an Universitäten und Hochschulen, in öffentl.-(un)rechtlichen Zentralen der Machtsicherung in der Politik und den Medien, in Gewerkschaften und Parteien nur an Leute mit akademischer Ausbildung und entsprechenden Verhaltensmustern vergeben.

Wir sehen aber:
Die Wahrheit bleibt ungeliebt! Probleme werden erst gesehen, wenn sie ins Auge stechen! Geistloses Geschwätz soll Konzeptionslosigkeit verbergen! Gesetzeswirrwarr erwürgt und erschlägt das Volk!
Das Volk wird mit Betrug und Lügen verwirrt und dem Gammel preisgegeben. Hauptsache ist der Systemerhalt, der den Parasiten ihre Pfründe zu wahren hilft. 

Betrachten wir alle Finger unserer Unterschichtlervorführer, dann sehen wir das tatsächliche Problem.
Wir haben ein massives Oberschichtlerproblem. Und dicke Gehälter hielten es uns nicht vom Hals - ganz im Gegenteil.

D.Köhler
freier Publizist


Eine andere Perspektive zeigt die von uns in Auftrag gegebene Forschungsarbeit