Finanzen+Steuern

14.02.2004

Einführung einer Einfachsteuer

Der Satz des Pythagoras umfasst 24 Worte, das Archimedische Prinzip 67, die 10 Gebote 179, die Amerikanische Unabhängigkeits-Erklärung besteht aus 300 Worten; nun bedenke man, dass allein der Paragraph 19a des Deutschen Einkommensteuergesetzes 1862 Worte umfasst. Armes Deutschland !
Das deutsche Steuerecht ist schwierig und ungerecht. Besserverdiener und Firmen mit teuren Beratern sparen fleißig Steuern, nur der einfache Steuerzahler ist überfordert, hat nichts zum Absetzen. Dabei fordert das Bundesverfassungsgericht schon seit Jahren ein klares und verständliches Steuerrecht.

Tatsächlich gibt es bereits mehrere Konzepte für eine wesentlich einfachere Steuer.

Wir haben uns für das Konzept von LFD Liberales Forum Deutschland entschieden und 1:1 übernommen, weil es in der Tat sehr weit greift und vor allem den Faktor ARBEIT deutlich entlastet.

Grundzüge eines Steuer- und Wirtschaftssystems

Download des Steuer- Wirtschafts- und Sozialkonzeptes


Zuvor hatten wir das Konzept von Prof. Manfred Rose und seinem Team an der Universität Heidelberg favorisiert. Zum Vergleich stellen wir diese Variante hier trotzdem vor:

Wie die Einfachsteuer funktioniert Dass es einfacher wird, zeigt schon dieser Vergleich: Steht das heutige Einkommensteuergesetz auf 254 Seiten, kommt die Alternative mit einem Zehntel aus. Die Lösung: Weg mit Steuertabellen und unverständlichen Formularen. Und auch die ganze Literatur über Abschreibungsmöglichkeiten und Steuervergünstigungen könnte man einstampfen. Wie einfach sich die Steuer errechnen lässt, zeigt dieses Beispiel. Ausgangspunkt ist der jährliche Arbeitslohn. In unserem Fall 15.000 Euro. Davon darf jeder die einheitliche Werbungskostenpauschale in Höhe von 1200 Euro abziehen. Außerdem sämtliche Sozialversicherungsbeiträge - in unserem Fall 3060 Euro. Und den Grundfreibetrag, der für jeden 10.000 Euro beträgt. Das ist alles. Heraus kommt das zu versteuernde Einkommen, in unserem Fall 740 Euro. Auf diese Summe müssen nun 25 Prozent Steuern gezahlt werden. Ein Steuersatz, der für jeden gilt. Hier wären185 Euro pro Jahr fällig.

Ein Beispiel für ein berufstätiges Ehepaar Bei einem gemeinsamen Jahreseinkommen von 30.000 Euro wären nach heutigem Recht etwa 1632 Euro im Jahr fällig, mit der Einfachsteuer nur noch 370 Euro. Und auch bei höheren Einkommen zahlt sich die Einfachsteuer aus. Und nicht nur der Steuerzahler hätte mehr in der Kasse, sondern auch der Fiskus. Wie kann das sein? Prof. Manfred Rose: "Menschen mit hohem Einkommen zahlten aufgrund der zahlreichen Steuerprivilegien keine oder wenig Steuern, das würde bei mit der Einfachsteuer alles wegfallen, jeder muss Steuern zahlen, dadurch bekommt der Staat auch mehr Geld in die Kasse und für die meisten verringert sich dadurch auch die Steuerlast erheblich."

Kein Modell für Deutschland? In Deutschland steht die Einführung der Einfachsteuer nach Angaben des Bundesfinanzministeriums nicht zur Debatte. Zudem herrscht beim Fiskus die Ansicht, es sei weder möglich noch notwendig, das Steuerrecht radikal zu vereinfachen. Dr. Barbara Hendricks Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium: "Die Welt ist nicht so einfach, wie sich mancher das erträumen mag. Ich versteh immer nicht so recht, warum ausgerechnet das Steuerrecht alle Anforderungen an Einfachheit erfüllen soll". Jedes andere Rechtsgebiet sei auch komplex geregelt und ohne Erklärung nicht zu durchschauen.

Erfolg in Kroatien

Dass das Einfachsteuer-Modell auch funktioniert, zeigt das Beispiel Kroatien. Das kroatische Finanzministerium hat das Einfachsteuermodell des deutschen Professors aus Heidelberg eingeführt. Die Folgen: Eine effizient arbeitende schlanke Finanzverwaltung und Bürger wie Unternehmen zahlen ihre Steuern schneller als in allen anderen europäischen Ländern. Der kroatische Finanzminister Kroatien: "Die Steuereinnahmen sind konstant gestiegen. Im ersten Jahr um 25 Prozent. Doch das Wichtigste war, dass durch das Steuersystem von Prof. Rose vor allem wirtschaftliche Investitionen und Firmengründungen angeschoben wurden." Fazit: Der Staat hat mehr im Steuersack, obwohl die meisten weniger zahlen.