Politik

28.08.2004

Zukunftsbeständigkeit

Zukunftsbeständige Entwicklung ist eine, die

1. ökologische, wirtschaftliche und soziale Grundbedürfnisse aller BewohnerInnen einer Gemeinde/Stadt/Landes befriedigt

2. ohne dabei die natürlichen, gebauten und sozialen Systeme zu gefährden, auf denen die Grunddaseinsvorsorge beruht und

3. ohne die Chance für eine zukunftsbeständige Entwicklung in den übrigen Gemeinden der Welt zu beeinträchtigen.
Sie erfordert also in erster Linie eine Veränderung unseres Wirtschaftens. Die Zukunft der Menschheit wird davon abhängen, ob es gelingt, zu einer Wirtschaftsweise zu gelangen, die sich innerhalb der Nutzungsgrenzen des Naturhaushaltes bewegt und dennoch allen Menschen ein lebenswertes Dasein ermöglicht. Diese Herausforderung richtet sich allerdings durchaus nicht an die wirtschaftenden Unternehmen und Betriebe allein: jeder Mensch wirtschaftet. Ob im Privathaushalt, im Industrie, Gewerbe- oder Dienstleistungsbetrieb, ob in der Kommunalverwaltung, im Kirchengemeinderat oder im Sportverein: Überall werden täglich wirtschaftliche Entscheidungen getroffen, die - zusammengenommen - über die Zukunft der Menschheit entscheiden! Im folgenden sind die Regeln für zukunftsbeständiges Wirtschaften aufgeführt:

1. Die Nutzung erneuerbarer Naturgüter (z.B. Wälder oder Fischbestände, Frischwasser) darf auf Dauer nicht größer sein als ihre Neubildungsrate (Regenerationsrate). Andernfalls steht diese Ressource zukünftigen Generationen nicht (ausreichend) zur Verfügung.
2. Nicht-erneuerbare Naturgüter (z.B. fossile Energieträger, Fläche) dürfen nicht schneller verbraucht werden, als sie durch dauerhafte, erneuerbare Ressourcen ersetzt werden können. Andernfalls gingen nicht nur die Ressourcen selbst, sondern auch deren Funktionen zukünftigen Generationen verloren.
3. Das Zeitmaß anthropogener Eingriffe in die Umwelt muß in einem ausgewogenen Verhältnis zu der Zeit stehen, die die Umwelt zur selbst stabilisierenden Reaktion benötigt. Die Freisetzung von Stoffen und Energie (z.B. Abfälle, Chemikalien oder andere Emissionen) darf auf Dauer nicht größer sein als die Anpassungsfähigkeit der natürlichen Umwelt, also die Fähigkeit von Luft, Wasser und Boden, diese Schadstoffe zu binden und abzubauen. Andernfalls werden Naturgüter und/oder die menschliche Gesundheit geschädigt.
4. Ein Siedlungsraum (Stadt, Land) soll seine Probleme grundsätzlich nicht in die weitere Umgebung oder in die Zukunft "exportieren". Alle Probleme und Ungleichgewichte sollen zunächst vor Ort ausgeglichen werden und erst, wenn dies nicht möglich ist, auf nächst höherer Ebene aufgefangen bzw. ausgeglichen werden. Konkret: Das Exportieren von Abfall, das Herantransportieren von Frischwasser aus fernen Gegenden, das Ablagern von Atommüll oder das Importieren von Futtermitteln aus Ländern der Dritten Welt widerspricht diesem Prinzip.
5. Gefahren und unvertretbare Risiken für den Menschen und die Umwelt durch anthopogene Einwirkungen sind zu vermeiden.