Verfassungen

17.02.2004

Der Ärger in der EU ist vorprogrammiert !

Brutto-Inlands-Produkt BIP in Kaufkraftstandards Pro-Kopf 15 EU-Staaten und der 10 beitretenden Länder im Jahr 2002 47% des EU-Durchschnitts. Griechenland, Spanien und Portugal näherten sich zwischen 1995 und 2002 dem EU-Durchschnitt, was auch bei vielen Beitretenden Ländern der Fall war: bei den drei baltischen Staaten, Ungarn, Slowenien und die Slowakei.
Erste Ergebnisse für das BIP pro Kopf1 im Jahr 2002, ausgedrückt in Kaufkraftstandards2 (KKS), zeigen, dass Luxemburg3 eine Zahl verbuchen konnte, die rund 90% über dem EU-Durchschnitt liegt, Irland liegt 25% darüber und Dänemark, die Niederlande und Österreich etwas mehr als 10% über dem Durchschnitt. Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Finnland, Schweden und das Vereinigte Königreich liegen etwa im Durchschnitt, während Spanien rund 15% und Griechenland und Portugal rund 30% unter dem EU-Durchschnitt liegen.

Bei den Beitretenden Ländern lag Zypern rund 25% unter dem EU-Durchschnitt, und die Tschechische Republik, Malta und Slowenien lagen etwa ein Drittel niedriger als der EU-Durchschnitt. Für Ungarn ergaben die Zahlen etwas mehr als die Hälfte des EU-Durchschnitts, während Estland, Lettland, Litauen, Polen und die Slowakei Daten meldeten, die weniger als die Hälfte des EU-Durchschnitts ergaben.

Diese Zahlen sind einem Bericht entnommen, der heute von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften, veröffentlicht wurde. Überarbeitung der Daten für 1995-2000

Die Daten zum BIP pro Kopf ausgedrückt in Kaufkraftstandards für den Zeitraum 1995 bis 2000 wurden von Eurostat überarbeitet. 16 Monate dauerte diese umfassende Überarbeitung durch Eurostat und die nationalen statistischen Ämter der 31 Länder, die der von Eurostat koordinierten Gruppe des Europäischen Vergleichsprogramms angehören. Die Überarbeitung wurde durchgeführt, um die Datengrundlagen an die aktuelle Fassung des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG95) anzupassen.

Die schrittweise Einführung des ESVG95 in den Mitgliedstaaten hatte zu zahlreichen Brüchen in den Zeitreihen geführt und die Vergleichbarkeit der Indikatoren im Zeitablauf oder sogar zwischen Ländern innerhalb eines bestimmten Jahres beeinträchtigt. Außerdem wurde die Gelegenheit genutzt, mögliche Inkonsistenzen zu korrigieren, die während der Überprüfung der Preis- und anderer Inputdaten sowie bei den Berechnungen für die Jahre 1995 bis 2000 aufgedeckt worden waren.


bip_eu!



Die überarbeiteten Daten für 1995-2000 bestätigen die bis dato veröffentlichten Ergebnisse: Kein Mitgliedstaat musste für die sechs überprüften Jahre einer anderen Vergleichsgruppe zugeordnet werden.

Wichtigste Trends zwischen 1995 und 2002

Die Volumenindizes für das BIP pro Kopf dienen in erster Linie dem Zweck, Länder innerhalb eines bestimmten Jahres miteinander zu vergleichen. Bei einem Vergleich über einen längeren Zeitraum sollte ihnen keine zu große Bedeutung beigemessen werden, insbesondere dann, wenn sich zwischen den einzelnen Jahren kleine Veränderungen ergeben. Bei einem Vergleich über einen längeren Zeitraum ergeben die Indizes für das BIP pro Kopf ein relativ stabiles Muster. Für den gesamten Zeitraum 1995 bis 2002 gelangte lediglich Irland in eine andere Vergleichsgruppe, denn es hatte eine erhebliche Veränderung zu verzeichnen: Während es 1995 bei 90% des EU-Durchschnitts lag, waren es im Jahr 2002 125%.

Deutschland, Frankreich, Italien und das Vereinigte Königreich blieben während des gesamten Zeitraums in der Gruppe der Länder mit EU-Durchschnitt. Allerdings waren bei den einzelnen Ländern signifikante Entwicklungen zu beobachten. Das Vereinigte Königreich verzeichnete eine Aufwärtsentwicklung, während Deutschland und Italien eine Abwärtsentwicklung hinnehmen mussten. Frankreich hingegen lag während der ganzen Zeit 3% bis 5% über dem EU-Durchschnitt.


1. Das BIP und damit das BIP pro Kopf sind Indikatoren der Wirtschaftsleistung eines Landes, mit deren Hilfe der Grad der wirtschaftlichen Entwicklung der Länder gemessen und miteinander verglichen werden kann. Das BIP entspricht nicht dem Einkommen, das letztlich den privaten Haushalten eines Landes zur Verfügung steht. Das BIP oder das BIP pro Kopf kann daher nicht für die Feststellung herangezogen werden, dass „Land A wohlhabender ist als Land B“.
2. Der KKS (Kaufkraftstandard) ist eine künstliche Währung, die die Unterschiede in den Preisniveaus der Länder widerspiegelt, die nicht in den Wechselkursen zum Ausdruck kommen. Anhand dieser Einheit sind aussagekräftige Volumenvergleiche der Wirtschaftsindikatoren verschiedener Länder möglich.
3. Das Pro-Kopf-BIP in Luxemburg wird eher überschätzt, was auf den großen Anteil von Grenzgängern an der Gesamtzahl der Beschäftigten zurückzuführen ist. Sie tragen zwar zum BIP bei, werden aber bei der Wohnbevölkerung nicht berücksichtigt, die zur Berechnung des Pro-Kopf-BIP herangezogen wird.
4. Eurostat, Statistik kurz gefasst, Wirtschaft und Finanzen, 64/2003, "Kaufkraftparitäten und abgeleitete Wirtschaftsindikatoren in der EU, den Beitretenden und den Kandidatenländern und in der EFTA".